3. Verhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringens ergebnislos geblieben

Wir akzeptieren keine weitere Nullrunde – weitere Eskalation des Tarifkonflikts ist vorprogrammiert

  • 21.02.2021
  • Aktuelles, Tarif

IG Metall und Arbeitgeber konnten in der dritten Tarifverhandlung für die 20.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Thüringens kein Ergebnis erzielen. Aktionen und Warnstreiks sind jetzt unausweichlich.

Der Verband der Arbeitgeber in Thüringen hatte in der dritten Verhandlung am 19. Februar 2021 ein Angebot vorgelegt, dass den Vorstellungen anderer Verbände gleicht. Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie sollen nach dem Willen der Arbeitgeber leer ausgehen und erst 2022 einen Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung erhalten. Ernsthafte Gespräche über die Arbeitszeitangleichung in Thüringen werden weiterhin von der Arbeitgeberseite blockiert. Damit nimmt der Verband billigend in Kauf, dass die Beschäftigten weiterhin in andere Bundesländer abwandern. 

„Die Arbeitgeber scheinen in der Kälte erstarrt zu sein. Ohne Ideen, ohne Konzept für die Transformation und ohne Veränderungswillen. Mit dieser Haltung wurde eine letzte Chance vertan, noch vor Ende der Friedenspflicht zu einem Ergebnis zu kommen,“ sagte Jörg Köhlinger, IG Metall-Verhandlungsführer und Leiter des Bezirks Mitte, und kündigte bereits für den 1. März Aktionen an.

Ilko Vehlow, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt und Mitglied der Verhandlungskomission kommentiert die jüngste Verhandlungsrunde so: „Wer zusammen arbeiten kann, der kann auch zusammen streiken! Das jüngste Angebot der Arbeitgeber ist ein eiskalter Schlag ins Gesicht der Metallerinnen und Metaller. Unter erschwerten Bedingungen und zum Teil durch Lohnverzicht durch Kurzarbeit in einigen aber längst nicht in allen Unternehmen haben die Kolleginnen und Kollegen die Betriebe am Laufen und über Wasser gehalten. Nachdem in 2019 und in 2020 die Entgelte nicht angehoben wurden, wird es Zeit das erbrachte Engagement zu honorieren. Das Verhalten der Arbeitsgeberseite in der dritten Verhandlung ist eine klare Provokation. Eine Antwort wird nicht lange auf sich warten lassen.“

Die IG Metall fordert ein Volumen von vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate, das zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen eingesetzt werden soll. Neben betrieblichen Zukunftstarifverträgen will die IG Metall auch über die Arbeitszeitangleichung in Thüringen sprechen.

Das Flugblatt zu der dritten Verhandlung steht hier zum Donwload und teilen bereit.