IG Metall Erfurt
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13.11.2019, 00:11 Uhr

Thüringer Landtagswahl am 27. Oktober

Wahlaufruf des Ortsvorstands: "gute Arbeit und gutes Leben in Thüringen"

  • 22.10.2019
  • Aktuelles, Politik

Der Ortsvorstand der IG Metall Erfurt hat sich intensiv mit den verschiedenen derzeit kursierenden Wahlaufrufen aus dem gewerkschaftsnahen Kontext zur Thüringer Landtagswahl auseinandergesetzt. Wir fühlen uns dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft und parteipolitischen Neutralität verpflichtet – was allerdings nicht heißt, dass wir unpolitisch sind! Wir werben für die Ziele unsere Organisation und deren Umsetzung im politischen Handeln der Thüringer Landesregierung. Dabei stehen für uns die Interessen unserer Mitglieder, den abhängig Beschäftigten in den durch uns betreuten Betrieben im Vordergrund. Im Ergebnis der Debatte im Ortsvorstand haben wir uns auf den beigefügten Wahlaufruf verständigt, den wir euch nun bitten möchten, einer möglichst großen Zahl an interessierten Kolleginnen und Kollegen zukommen zu lassen.

Bild: IG Metall

Am kommenden Sonntag, den 27. Oktober 2019 wählen wir Thüringerinnen und Thüringer unsere neuen Mitglieder des Landtags. Dazu sagt die IG Metall Erfurt folgendes: "Wir wollen für die Thüringerinnen und Thüringer endlich mehr Lohngerechtigkeit und eine echte Angleichung an das Westniveau. Gute Arbeit und Gutes Leben in Thüringen sind unsere Kernforderungen. Thüringen muss für gute Arbeit, gute Bildung und sozialen Zusammenhalt stehen.

Die künftige Landesregierung ist gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Tarifbindung zu erhöhen. Hierauf müssen künftig die Wirtschaftsförderung des Landes und die Vergabe öffentlicher Aufträge noch stärker abzielen. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt arbeiten die Thüringerinnen und Thüringer drei Wochen pro Jahr mehr und bekommen dabei 24 Prozent weniger Geld. Das ist Lohn- und Zeitraub! Diese Ungerechtigkeit muss endlich überwunden werden!" Die aktuelle Landesregierung hat Forderungen und Vorschläge der Gewerkschaften aufgegriffen und teils bereits umgesetzt. Dies sind erste Schritte in die richtige Richtung. Diese Richtung muss beibehalten werden, um das Ziel: "Gute Arbeit für Thüringen" nachhaltig zu erreichen. Bezahlbarer Wohnraum wird in den Städten zunehmend zur Mangelware.

Die IG Metall Erfurt fordert eine Erhöhung der Investitionen in den sozialen Wohnungsbau und einen besseren Schutz der Mieterinnen und Mietern vor Kündigungen und Mietsteigerungen. Wohnen darf nicht zur Armutsfalle werden!

Auch in Sachen Bildung ist noch einiges zu tun. Zu einem guten Leben gehören Teilhabe und Chancengerechtigkeit - unabhängig von Einkommen, Alter, Wohnort oder Herkunft. Chancengerechtigkeit muss weiterhin Ziel der Bildungspolitik und aller Bildungseinrichtungen sein. Bildung ist ein Menschenrecht und muss kostenfrei zugänglich und qualitativ hochwertig sein. Hierbei sind Wohnortnähe der Bildungseinrichtungen und Weiterbildung genauso essentiell wichtig, wie die Frage der Personalausstattung an den Bildungseinrichtungen. In diesem Sinne bedarf es einer Novellierung des Bildungsfreistellungsgesetzes. Wir fordern für Auszubildende, ebenso wie für alle anderen, einen Freistellungsanspruch für fünf statt drei Tagen. Außerdem muss das Azubiticket, mit finanzieller Beteiligung der Arbeitgeber, weiterentwickelt werden.

Gewerkschaft ist das Stärkste, was die Schwächsten haben. Aus dieser Haltung heraus ist es unser Selbstverständnis, Menschen zu helfen, die unsere Unterstützung brauchen. Wir stehen für eine vielfältige und vor allem demokratische und gleichberechtigte Gesellschaft - ohne Ausgrenzung. Für uns ist klar: Die Landesregierung muss sich weiter aktiv für ein lebenswertes Thüringen für alle Menschen und gleichermaßen für gute Lebens- und Arbeitsbedingungen engagieren.

Wir fordern unsere Mitglieder auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und nur Parteien zu wählen, die erkennbar die Interessen der abhängig Beschäftigten vertreten und für Solidarität und Menschenrechte stehen.

Setzen wir uns gemeinsam für gelebte Solidarität und ein gutes, mitmenschliches Zusammenleben in Thüringen ein!

Der Aufruf steht hier zur Verbereitung als PDF bereit.

 

 

 


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