IG Metall Erfurt
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02.07.2020, 23:07 Uhr

Großdemo gegen Tabubruch in Thüringen:

Metallerinnen und Metaller machen mit mehr als 18.000 Demonstrant*innen Druck bei #nichtmituns-Demo

  • 16.02.2020
  • Aktuelles, Politik, Veranstaltungen

Danke für dieses großartige Zeichen – eine solche bunte und vor allem starke Demonstration hat Erfurt seit sehr langer Zeit nicht erlebt. Wir bedanken uns auch bei der Vielzahl an Metallerinnen und Metallern, die nicht nur aus Erfurt kamen, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Kein Pakt mit Faschist*innen – niemals und nirgendwo! Unter diesem Motto sind heute mehr als 18.000 Menschen in Erfurt auf die Straße gegangen und haben damit ein deutliches Zeichen der offenen und solidarischen Gesellschaft gesetzt. Anlass der Großdemonstration war der politische Tabubruch, bei dem am 5. Februar ein Ministerpräsident der FDP mit den Stimmen von CDU und der extrem rechten AfD gewählt wurde.

Zu der Demonstration hatte ein breites Bündnis aus weit über 50 regionalen und bundesweiten Organisationen und Vereinen aufgerufen, dass sich innerhalb sehr weniger Tage nach der Wahl Kemmerichs zusammengefunden hat. Im Rahmen der Demonstration gab es unter anderem Redebeiträge von Stefan Körzell vom DGB Bundesvorstand, der drei großen Religionsgemeinschaften sowie eine Grußbotschaft der Holocaustüberlebenden Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees.

Stefan Körzell vom DGB Bundesvorstand sagte: "Wer den Ungerechtigkeiten etwas entgegensetzen will, der eint und spaltet nicht. Nur gemeinsam und in gegenseitigem Respekt und Anerkennung der Würde einer und eines jeden Einzelnen werden wir Veränderungen meistern. Gewalt mit Worten oder Taten sind keine Mittel, mit denen wir unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern. Die, die was anderes behaupten, haben auch etwas anderes im Sinn. Ausgrenzung, Hass und Hetze haben noch nie zu einem besseren Leben für alle geführt. Das ist die Lehre der Geschichte. Der sind wir verpflichtet."

Reinhard Schramm von der Jüdischen Gemeinde mahnt: "Die Konkurrenz der Demokraten um die politische Führung unseres Freistaates ist notwendig. Aber der gemeinsame Kampf der Demokraten gegen die extrem rechte AfD darf dieser Konkurrenz nicht geopfert werden. Die AfD relativiert heute offen den Nationalsozialismus. Sie propagiert Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hass. Damit ist die AfD mitschuldig an der Zunahme rechtsextremistischer Verbrechen. Und wenn wir es zulassen, wird die AfD morgen die Demokratie beseitigen. Sie wird auch die CDU und FDP nicht verschonen."

Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees, klagt an: ""How dare you" - Wie konnten Sie es wagen, solche Bündnisse zu schließen? Und dabei die entscheidende Lektion vergessen? Genau 75 Jahre und neun Tage nach der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee wurde einfach mal so vergessen, einfach ignoriert - mal eben über Bord geworfen -, was mit Millionen Toten in mörderischen Zeiten erkauft wurde. Wir wissen: Die Nazis sind nie weggewesen, ihre Ideologie hat nie an Zugkraft verloren."


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